Mareike Höckendorffs Blog - eine ganz persönliche Sammlung poetischer Dinge, Worte und Situationen

BBC Sherlock Holmes Verfilmung “Der blinde Banker”

Angesichts der nicht mehr zeitgemäßen Atmosphäre in Arthur Conan Doyles zweitem Sherlock-Holmes-Roman verwundert es nicht, dass die zweite Episode der ersten Staffel der BBC-Verfilmung nur wenig damit gemein hat. Lediglich die Aspekte der Exotik und der Schatzsuche, sowie eines kletternden Mörders und einer ungewöhnlichen Waffe sind aus “Das Zeichen der Vier” übernommen worden. 

Ein Banküberfall, rätselhafte Zeichen und eine Spur des Todes

Sherlock wird von einem ihm bekannten Bänker gebeten, einen Einbruch aufzuklären und damit die Lücke im perfekt geglaubten Sicherheitssystem der Firma zu finden. Aufgrund der leeren WG-Kasse sagt Watson zu, obwohl Holmes jedes Interesse an dem Fall fehlt. Dies ändert sich jedoch als am Arbeitsplatz eines Mitarbeiters des Bänkers ein gelb gespraytes Zeichen auftaucht, welches ihn mit einem zweiten Fall - einem Mord - verbindet. Schnell findet der Detektiv heraus, dass es sich um ein chinesisches Nummernzeichen handelt, nicht schnell genug kommt er darauf, dass es um einen verschlüsselten Code geht. Es sterben weitere Menschen, bevor Holmes und Watson schließlich selbst in die Fänge einer Verschwörerbande aus China geraten. Sie sind auf der Suche nach einer überaus wertvollen Jadespange, sie tarnen sich als Zirkus und sie haben zwei unfehlbare Waffen dabei - einen Mann, der klettern kann wie eine Spinne und lautlos tötende Giftpfeile… 

Überaus gelungene Übertragung ins 21. Jahrhundert

In meiner Rezension zu Conan Doyles “Zeichen der Vier” habe ich bereits ausführlich beschrieben, dass die Romanvorlage des zweiten Sherlock  Holmes Falles heute etwas antiquiert wirkt. Umso beeindruckender ist es, wie die Autoren der BBC-Verfilmung, Steven Moffat und Mark Gatiss, es geschafft haben, die Grundcharakteristika zu erkennen und auf die heutige Zeit zu übertragen. Anders als der Pygmäenmörder in der Vorlage, ist das chinesische Pendant im Film zwar kein “edler Wilder”, teilt aber bis zu einem gewissen Grad die Rätselhaftigkeit des Insulaners. Dass China bis heute eine nicht selten grausame Exotik ausstrahlt, zeigen Romane wie Henning Mankells “Der Chinese”. Genau wie in “der blinde Banker” geht es vor allem um die Perfektionierung des lautlosen Tötens und das stark ausgeprägte Ehrgefühl. Wie in der Romanvorlage wird die Treue des Killers allerdings von einem westlichen Bösewicht ausgenutzt. Geht es den vier chinesischen Verschwörern zwar tatsächlich um das Rückerlangen des alten Schatzes (der Jadespange), so werden sie doch von einem gelenkt, der etwas ganz anderes im Sinn hat. Natürlich handelt es sich dabei um Moriarty und natürlich will er nur eines - Spielen mit Sherlock Holmes. Auch die zweite Episode von “Sherlock” ist ein absolutes Muss für Krimifans.

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Die Vermessung der Welt - Trailer 2 (Deutsch | German) | HD (von MoviepilotTrailer)

Ich muss meine Krimi-Rezensionen-Serie an dieser Stelle kurz unterbrechen, um meiner Freude über ein kommendes Filmereignis Ausdruck zu verleihen. Nicht nur, dass eines meiner absoluten Lieblingsbücher “Die Vermessung der Welt” von Daniel Kehlmann - Gegenstand einer Hausarbeit und meiner BA-Thesis :) - gerade verfilmt wird… Nein, es ist auch noch einer meiner Lieblingsregiesseure am Werk… Detlef Buck! Seht selbst und lasst Vorfreude aufkommen!

P.S. am 25.Oktober ist es so weit :)

BBC Sherlock Holmes Verfilmung “Ein Fall von Pink”

Watson ein Blogger, Holmes ein Autist - dies scheinen mir die beiden entschiedensten Modifikationen der Neuinterpretation des Sherlock-Holmes-Stoffes durch die BBC zu sein. Bereits der Titel macht deutlich, was sonst noch dazu kommt: aus scharlachrot wird die Trendfarbe pink, die eher wissenschaftlich erscheinende »Studie« wird zum Fall. Außerdem gibt es keine ausschweifenden Abstecher in die amerikanische (Religions-)Geschichte, wie noch in der Vorlage, die ich vor kurzem auch hier vorgestellt habe. Die Ideen der Autoren dieser Serie, Steven Moffat und Mark Gatiss, sind gut, die Umsetzung sogar noch besser. Die Hauptdarsteller Benedict Cumberbatch und Martin Freeman setzen dem Ganzen noch das i-Tüpfelchen auf - ein Genuss!

Mord oder Selbstmord?

Aus der Vorlage Conan Doyles stammt auch die Grundcharakteristik des Falles. Es beginnt mit einer Dame in Pink, die durch eine Gifttablette ums Leben gekommen ist. Holmes wird an den Tatort des scheinbar perfekten Verbrechens gerufen, in ein altes, staubiges Haus, das die Verstorbene zum ersten Mal in ihrem Leben kurz vor ihrem Tod betrat. Sie liegt auf dem Boden, mit dem Gesicht nach unten, neben ihren Kopf hat sie mit Blut das Wort »Rache« geschrieben. Dies sind die Fakten, die auch die Polizisten sofort erkennen. Dass das Opfer aber nicht auf ein Motiv, sondern auf ihre Tochter »Rachel« aufmerksam macht, die sie übers Wochenende besuchen wollte und dass sie aus diesem Grunde einen Rollkoffer dabei hatte, dass sie verheiratet war, über zehn Jahre aber kaum sehr glücklich - das zu erkennen bedarf es eines Sherlock Holmes. Es folgen 3 weitere scheinbare Selbstmorde. Die Opfer stehen in keinem Verhältnis mit der Lady in Pink. Doch natürlich erkennt Holmes den Zusammenhang schnell. Es ist ein Spiel auf Leben und tot, gespielt mit einer tödlichen und einer harmlosen Tablette. Doch wer hätte ein Interesse daran, wahllos Menschen zu diesem Russisch Roulette herauszufordern? Um dies herauszufinden, muss zuerst du Frage neu gestellt werden: Mit wem wird hier eigentlich gespielt?

Gelungene Modernisierung durch sorgfältige Figurenzeichnung

Die erste Folge der BBC-Serie wartet nicht nur mit einer gekonnten Verschiebung des klassischen Stoffes in die moderne Welt auf, sondern schafft es dabei auch die charakteristische Atmosphäre beizubehalten. Die beiden Helden werden sehr klar charakterisiert. Während Watson eigentlich ein Lebemann und lediglich von seinen Kriegserfahrungen psychisch gezeichnet ist, verschleißt sich Holmes der Außenwelt. Warum sie sich so sehr mögen bleibt ein Rätsel. Das gilt wohl für die beiden Figuren selbst ebenso wie für ihr Umfeld. Die Vermutungen fangen bei der Idee an, die beiden seien ein Paar und enden bei dem Verdacht, Holmes sei ein ebenso kranker Psychopath, wie die, die er Jagd, Watson früher oder später sein Opfer.

Eine einfach phantastische Serie

Es wurde sichtlich viel Mühe für die Figurenzeichnung aufgebracht. Das gilt nicht nur für die beiden Protagonisten, sondern vor allem auch für den Antagonisten Moriarty, der von Beginn der Serie an ein Phantom des Bösen ist. Damit erhält er eine weit größere Rolle als Conan Doyle ihm zugedacht hat. Doch nicht nur die Hauptfiguren, sondern auch die Nebenfiguren sind sehrt gut herausgearbeitet. Allen voran ist die biedere Haushälterin (Verzeihung - Vermieterin) zu nennen, die alles verkörpert, was man als »typisch britisch« bezeichnen könnte - eine ältere Lady, die man einfach ins Herz schließen muss. Würde ich hier alles aufzählen, was mir an dieser Serie gefallen hat, ergäbe das eine endlos lange Liste, die keiner von euch würde lesen wollen… und es würde euch kostbare Zeit nehmen, in der ihr diese phantastische Verfilmung ansehen könnt!

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TRAILER: ‘On The Road’, Kristen Stewart, Garrett Hedlund and Steve Buscemi adapt Jack Kerouac: ENTV (von ENTV)

Passend zu meinem letzten Blogpost habe ich nun entdeckt, dass Jack Kerouacs “On the road” verfilmt wurde! Leider müssen wir wohl auf die Synchronfassung noch etwas warten, aber bis dahin darf die Vorfreude schon einmal steigen.

Gerade noch im Blogeintrag “Der Mörder ist immer der Schriftsteller” drüber philosophiert, schon wirds verfilmt, ich bin beeindruckt ;). Daniel Kehlmanns Ruhm kommt mit absoluter Starbesetzung ins Kino. Das einzig Unbefriedigende ist - ich sags euch gleich vorweg - das unspezifische “Demnächst” am Ende…