Mareike Höckendorffs Blog - eine ganz persönliche Sammlung poetischer Dinge, Worte und Situationen

Krimi-Klassiker: Arthur Conan Doyles “Sherlock Holmes” - 1. Eine Studie in Scharlachrot

Wenn einem Buch ein solcher Ruhm voraus eilt wie Arthur Conan Doyles absolutem Krimi-Klassiker “Sherlock Holmes”, dann passiert es nicht selten, dass man enttäuscht wird, wenn man das Original in die Hand nimmt. Um es kurz zu machen: Dieser Klassiker hält, was er verspricht. Trotz der und manchmal sogar gerade durch die altmodische Sprache und die sperrigen Charaktere erzeugt Doyle nicht nur Spannung, sondern ein vielschichtiges Leseerlebnis. 

Eine Studie in Scharlachrot

…ist der erste Roman um den eigentümlichen Privatermittler aus der Baker Street 221. Er arbeitet gerade an einer chemischen Methode zum Nachweis von Blut auf gereinigten Textilien als ihm ein Bekannter einen potentiellen Mitbewohner vorstellt. Der Militärarzt Dr. John Watson hat einen Einsatz in Afganistan hinter sich und kommt mit einer Schulterverletzung nach London zurück. Es dauert keine zwei Tage bis die neue WG gegründet ist, die sich beinahe noch schneller zu einer Arbeitsgemeinschaft weiter entwickelt. Berichtet wird dem Leser alles aus der Sicht John Watsons, dem es, wie der Leser nebenbei erfährt, ein Bedürfnis ist, die Methode von Holmes auch zu öffentlichem Ruhm zu bringen.

Ein rätselhafter Fall, eine rasante Aufklätung

Der erste Fall der Beiden erzählt von zwei Ermordeten und einem Täter, der auch ein Opfer ist, von Religion und amerikanischer Geschichte. Todesursache ist im ersten Fall ein Gift. Im Zweiten findet Sherlock zwei Tabletten bei dem erschlagenen Opfer - eine vergiftete und eine harmlose. Holmes und Watson suchen nach einem Mann mit ungewöhlicher nahezu scharlachroter Gesichtsfarbe, der viel zu früh seine Verlobte verloren hat. Woher Sherlock Holmes das weiß, obwohl sonst nix über die Opfer bekannt zu sein scheint? Die Antwort ist Deduktion - das Geheimnis der Schlussfolgerung und ziemlich einfach, wenn man den IQ des Detektiv-Sonderlings hat. Hier mehr zu verraten würde bedeuten, die Spannung zu gefährden.

Ein wahrer Spurenleser und subtiler Spannungsaufbau

Es ist schon erstaunlich aus heutigen Augen auf den rund 100 Jahre alten Kriminalroman zu schauen. Trotzdem wir spannungsverwöhnt sind von atemberaubenden Thrillern, kann der Altmeister nach wie vor mithalten. Mehr noch, wir scheinen es hier mit dem Urbild des Spurenlesers zu tun zu haben, bei dem so erfolgreiche Ermittler wie der amerikanische Spurensicherungsexperte Lyncoln Rhyme in die Lehre gegangen zu sein scheinen. Dabei kommt Doyle ohne Splattereffekte oder übertriebene Spannungstechniken aus. Dafür ist aber die Konstruktion des Plots ungewöhnlich intelligent. Ich habe den ersten Sherlock-Holmes-Roman an einem Abend mit viel Freude durchgelesen und kann euch nur empfehlen, den Altmeister des Kriminalromans im Original zu lesen.

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