Mareike Höckendorffs Blog - eine ganz persönliche Sammlung poetischer Dinge, Worte und Situationen

Ebook-Rezension: Nadine Petersens „Eisbach“ ist ein schöner Krimi – nur leider sehr schlecht lektoriert

imageWollt ihr die gute oder die schlechte Nachricht zuerst? Na gut, ich beginne mal mit der schlechten Nachricht und bereite euch schon einmal darauf vor, dass die Lektoratsfehler in diesem Ebook so zahlreich sind, dass es nicht nur Menschen ärgert, die ein ausgesprochenes Faible für Rechtschreibung und Grammatik haben. Die gute Nachricht ist, dass die Fehler des Verlags nicht darüber hinwegtäuschen können, dass Nadine Petersen mit „Eisbach“ ein rundum ansprechender Kriminalroman gelungen ist.

... Read more

Und noch ein Neuseeland-Krimi: Paul Cleave “Der siebte Tod”

imageEin ungewöhnlicher und irgendwie auch eigenartiger Krimi ist “Der siebte Tod” von Paul Cleave. Ermittler und Protagonist ist Joe “Der Schlächter von Christchurch”, Mörder von sechs Frauen. Grund seiner Nachforschungen ist das Auftauchen einer siebten Leiche. Ihr Mord wird mit ihm in Verbindung gebracht, obwohl er die Frau noch nie zuvor gesehen hat, jemand möchte ihm etwas unterjubeln und das gefällt Joe gar nicht. Der Leser begibt sich in die Gedankenwelt Joes, eine Reise, die wahrlich nicht immer angenehm ist.

... Read more

"Der Tod bin ich" - Lesung von Max Bronskis neuem Krimi

Dank der Plattform Vorablesen.de liegt er schon auf meinem Nachtisch bereit - der neue Krimi von Max Bronski. Dank der Plattform Bloggdeinbuch.de könnt ihr heute schon in den Roman hineinhören. Ich werde auf jeden Fall gespannt mit euch vorm Bildschirm sitzen und mich in die literarische Welt Bronskis entführen lassen. Viel Spaß!


Free desktop streaming application by Ustream

Neuseeland-Krimi: “Der Frauenfänger” von Paddy Richardson

image

Ich mag es ja, ein Land über seine Kriminalromane kennenzulernen. Viel deutlicher als der Alltag, zeigen doch die Abgründe desselben, wie eine Gesellschaft beschaffen ist. In “Der Frauenfänger” von Paddy Richardson zeigt sich eine aufgeklärte und vernunftgeleitete Lebensweise, die nur schwer damit zurechtkommt, wenn plötzlich einer von ihnen zum Verbrecher wird. Eine zwar nicht unbedingt spannungsgeleitete aber sehr psychologische Lektüre.

... Read more

Skandinavien-Krimi: Kristina Ohlssons “Tausendschön”

Ich unterbreche meine Reihe zu neuseeländischer Literatur und deutschen Indie-Autoren, um euch einen skandinavischen Krimi vorzustellen, den ich im Rahmen von Blogg dein Buch lesen durfte. Ein spannendes Drama um eine Pastorenfamilie, die sich für Flüchtlinge engagierte.

Diebstähle, ein Mord, ein Unfall und zwei verschwundene junge Frauen

Der Roman beginnt mit drei Fällen, die scheinbar unzusammenhängend sind. Zunächst einmal sind da eine Reihe von Überfällen auf Geldtransporter, die das Dezernat für Diebstahl in Atem halten. Als bei einem dieser Überfälle ein junger Araber überfahren wird, muss jedoch auch die Mordkommission eingeschaltet werden. Die ist allerdings gerade mit dem kuriosen Selbstmord eines Pastorenpaares beschäftigt. Keiner im Umfeld der sozial engagierten Eheleute scheint wirklich an den erweiterten Suizid zu glauben. Wahrscheinlicher scheint, dass einer der Flüchtlinge, die Pastor Johann vor Jahren bei sich versteckte, sich gegen seinen Wohltäter gewendet haben könnte. An Informationen aus dem inneren Familienkreis kommt die Polizei aber nicht heran, da eine der Töchter verstorben, die andere spurlos verschwunden ist.

Eine Flucht nach Bangkok und ein neuer Schmugglerring

Der Leser erfährt hingegen von Beginn an mehr als die Ermittler. Er lernt eine junge Frau kennen, die sich in Bangkok plötzlich mit einem ungewöhnlichen Problem konfrontiert sieht. Ihre Email-Accounts sind gelöscht, ihre Papiere werden gestohlen und die Telefone ihrer Eltern sind abgemeldet. Den Namen der jungen Frau erfahren wir nicht, nur, dass sie eines Tages in der Zeitung liest, dass ihre Eltern nicht mehr am Leben sind. Außerdem steht dort der Name einer verstorbenen jungen Frau, ein Name, den sie nun wirklich nicht erwartet hätte.

Am anderen Schauplatz des Romans, in Schweden, lernt der Leser dieses Kriminalromans noch ein weiteres Schicksal kennen. Ali hat alles hinter sich gelassen: Seine Familie, seine Heimat, seine Freunde. Er konnte sich die Flucht aus dem Iran nur leisten, weil er einen “neuen Weg” gefunden hat. Ein Netzwerk schmuggelt Flüchtlinge zu ungewöhnlichen Konditionen. Wer fliehen will, darf niemandem von seiner Flucht erzählen, zahlt dafür aber weniger als üblich und muss in seiner neuen Heimat einen Auftrag erledigen. Dafür bekommt er echte Papiere. Ali hat sich an alles gehalten. Er hat nicht einmal seiner Frau von seiner Abreise erzählt und nun ist er in Schweden und wartet auf seine Aufgabe. Er hat lediglich heimlich einem Freund in Schweden von seiner Ankunft berichtet. Doch seine Helfer scheinen davon nichts zu ahnen…

Ein muss für Fans skandinavischer Krimis

"Tausendschön" ist in bester skandinavischer Krimitradition geschrieben. Der Fall zeigt ebenso viel von der skandinavischen Gesellschaft wie von weltpolitischen Zusammenhängen, genauso wie das Motiv eine Mischung aus politischer Anschauung und persönlichen Erlebnissen ist. Die Zusammenhänge sind vielschichtig und werden erst am Ende komplett aufgelöst. Trotzdem dieser Krimi alle Zutaten hat, die sich z.B. auch in Henning Mankells "Der Chinese" finden, kommt allerdings selten eine vergleichbare Hochspannung auf. Dafür erfährt der Leser alles über die Familienverhältnisse der Ermittler, die in sehr großer Zahl auftreten. Obwohl Kristina Ohlsson die Privatleben ihrer Figuren nicht langweilig gestaltet, fehlt mir persönlich doch etwas die zentrale Ermittlerpersönlichkeit. Ich habe den Roman zwar gerne gelesen, würde aber nicht atemlos auf Folgeromane warten, wie es bei Jo Nesbö, Jussi Adler Ohlsen oder Arnaldur Indridason für mich der Fall ist. Wenn ihr also mal wieder einen schönen skandinavischen Krimi lesen möchtet, während ihr auf einen neuen Fall eures persönlichen Lieblingsermittler wartet, nehmt "Tausendschön" von Kristina Ohlsson - es lohnt sich.

Ohlssen, Kristina: Tausendschön. Limes-Verlag 2012: ISBN: 9783809025924. 19,99 Euro.


Im Buch lesen



Lesen Sie im Buch

BBC Sherlock Holmes Verfilmung “Das große Spiel”

Aus dem dritten Sherlock-Holmes-Buch übernimmt die dritte Episode der ersten Staffel der BBC-Verfilmung die Idee, den Privatermittler mehrere kurze Fälle lösen zu lassen. Ganz anders als im Buch erhält dieser Film jedoch eine verbindende Rahmenhandlung, die wieder einmal mit seinem Gegenspieler Moriarty zu tun hat. Auf diese Weise wird aus einer zähen Vorlage ein höchst spannedes Video-Erlebnis.

Ein Spiel auf Leben und Tod

Sherlock erhält einen Anruf von seinem Erzfeind Moriarty. Natürlich spricht er nicht selbst, er hat sich eine Stimme “geliehen”. Der Mensch, dem die Stimme eigentlich gehört, trägt eine Weste voll Sprengstoff und hat das rote Licht der Waffe eines Scharfschützen auf der Brust. Außerdem ist ein Zeitmesser zu erkennen. Weinend übermittelt die Stimme die Botschaft des Bösewichts. Sherlock hat nur ein paar Stunden Zeit, um ein Rätsel zu lösen, welches Moriarty für ihn arrangiert hat. Gelingt es ihm, die Zeit einzuhalten, so darf er die Polizei losschicken, um das Opfer zu retten. Ist er zu spät, so zündet der Sprengstoff, kommt die Polizei zu früh, so wird der Scharfschütze schießen. Das Spiel kann beginnen. Doch als es Sherlock geglückt ist, die erste Stimme lebend zu erretten, klingelt sein Telefon erneut.

Würdige Gegner?

In dieser Episode übertrifft Sherlock Holmes sich geradezu selbst. Unter Hochdruck ermittelt er, sammelt Spuren und kombiniert seine Erkenntnisse miteinander. Die Fälle hängen nicht zusammen und ähneln sich - im Gegensatz zu denen aus “Die Abenteuer des Sherlock Holmes” - nicht. Scheint er auch zwischenzeitlich zum Spielball Moriartys zu werden und genießt er die tödliche Gefahr, der es zu entrinnen gilt mit kühler Genugtuung, so gelingt es ihm doch, nahezu jedes Opfer zu retten. Zum Schluss jedoch wird Holmes an einer empfindlichen Stelle getroffen, denn die letzte Stimme, die sein Gegner sich “borgt” ist die seines Freundes John Watson.  

Im Grunde stellt auch dieser Film der Sherlock-Serie die essentielle Frage nach der Unterscheidung zwischen Gut und Böse. Holmes und Moriarty kommen sich gefährlich nahe, immer wieder betont der Bösewicht ihren gemeinsamen Spaß am Spiel mit dem Leben anderer. Doch zum Showdown wird klar, wem Sherlock sich wirklich verbunden fühlt, einem Mann, der ihm nicht in seinen analytischen, aber in den zwischenmenschlichen Fähigkeiten weit überlegen ist - John Watson. In Moriartys Augen macht ihn das schwach, doch wer am Ende den Sieg davon trägt, wird die nächste Staffel entscheiden. Nicht nur der Cliffhanger dieser Episode ist psychologisch sehr spannend gestaltet, der gesamte Film spielt mit der Ambivalenz zwischen Gut und Böse. So endet die erste Staffel der BBC-Sherlock-Serie mit einem wahrhaft fulminanten Finale.

Wenn dir meine Rezension gefallen hat, kannst du gleich über diesen Link deinen DVD-Einkauf bei Amazon starten. Du bezahlst nichts extra und ich bekomme eine kleine Provision.

Krimi-Klassiker: Arthur Conan Doyles “Sherlock Holmes” - 3. Die Abenteuer des Sherlock Holmes

Ich habe mich schwer getan mit diesem dritten Sherlock-Holmes-Band, das habt ihr vielleicht schon daran erahnen können, dass ich erst jetzt darüber schreibe. In 12 Kurzgeschichten durchleben Holmes und Watson verschiedene Fälle. Aber ich möchte euch davon erzählen, wie ich dazu kam “Die Abenteuer des Sherlock Holmes doch noch lieben zu lernen.

Die Keine-WG-WG

Watson ist verheiratet und wohnt nicht länger in der Bakerstreet 221b. Das erfährt der Leser bereits im zweiten Band der Krimi-Klassiker-Reihe um Sherlock Holmes. Immer wieder wird in den 12 Kurzfällen des dritten Teils darauf hingewiesen, dass der Ich-Erzähler nun erfolgreich praktizierender Arzt ist. Doch das hält ihn nicht im Mindesten davon ab, seine Tage und Nächte mit seinem alten Freund Sherlock zu verbringen, um ihm beim Ermitteln beizustehen. So kann der Leser gar nicht erst traurig darüber werden, dass die berühmteste WG der Weltliteratur nun keine mehr ist - die beiden Helden sind ja trotzdem weiterhin immer zusammen.

Die Fälle, in denen sie ermitteln, sind unterschiedlich und ähneln sich zum Teil doch stark. Zu Beginn kommt meist ein neuer Klient in die Baker Street. Oft handelt es sich um eine Klientin. Dem cleveren jungen Mädchen, um das es häufig geht, sind merkwürdige Vorkommnisse in ihrem häuslichen Umfeld aufgefallen. Da sie von dem Meisterdetektiv gehört hat, begibt sie sich vertrauensvoll in seine Hände. Innerhalb von kürzester Zeit löst er die Stricke, in die sie geraten ist. Obwohl unter diesen zahlreichen Frauenzimmern einige dabei sind, die Watson sich an Holmes Seite vorstellen könnte, bleibt dieser jedoch stets auf das jeweilige Rätsel konzentriert.

Diese Geschichten müssen gehört werden

Ich wurde schnell müde, diese immer gleich aufgebauten Detektiv-Geschichten zu lesen. Der Spannungsbogen, der mich die ersten beiden Sherlock Holmes-Geschichten im Nu durchlesen ließ, war viel zu kurz und oft wenig einzigartig. Ich dachte schon, ich könnte euch dieses Buch nie vorstellen… Doch dann kam mir eine Idee. Wieso nicht den Kurzkrimis noch eine Chance geben und sie als Hörbuch testen? Um es kurz zu sagen, ich war begeistert. Ich hörte eine Version, die von Wolfgang Gerber eingelesen wurde. Dieser Sprecher hat eine wunderbare “Märchenonkel”-Intonation und passt hervorragend zu den altmodischen Krimis. Plötzlich wurden für mich die blutleeren Geschichten mit Leben gefüllt. Zwar waren die einzelnen Krimis noch immer weniger spannend als die ersten beiden Fälle von Holmes und Watson, dafür wurden aber schlagartig die Figuren so lebendig. Es machte wieder Spaß diese Geschichten erzählt zu bekommen. Ich rate euch darum, “Die Abenteuer des Sherlock Holmes” stets als Hörbuch zu genießen.

Arthur Conan Doyle: Die Abenteuer des Sherlock Holmes. Gelesen von Wolfgang Gerber. Buchfunk Verlag, 14,95 Euro.

Wenn dir meine Rezension gefallen hat, kannst du deinen Hörbuch-Einkauf bei audible gleich über diesen Link Die Abenteuer des Sherlock Holmes - jetzt bei Audible.de! starten. Du bezahlst nichts extra und ich bekomme eine kleine Provision.

Krimi Hörbuch-Tipp: “Der Tote im Eisfach” von Colin Cotterill

Der ungewöhnliche Ermittler dieser Krimiserie ist ein 73-jähriger laotischer Pathologe. Gesprochen wird das Hörbuch von einem unserer liebsten Leichenbeschauer aus dem Tatort Dr. Börne… Naja, von Jan Josef Liefers halt, ihr wisst schon. ;)

Eine tiefgefrorene Leiche und eine Handgranate

Sehr zu seinem Leidwesen befindet sich Dr. Siri gerade auf einer Konferenz, als seine Assistentin eine neue Leiche entgegen nimmt. Dass dieser Zufall sehr zuträglich für seine leibliche Unversehrtheit war, stellt sich erst viel später heraus. Der Patient war als eine nicht mehr lebende Briefbombe für den ältlichen Pathologen gedacht. Um die Handgranate jedoch im Körper des Toten zu finden, muss dieser erst wieder aufgetaut werden - die neue Leichenkühlkammer ist viel stärker als erwartet - und das alles in Abwesenheit des Chefs. Obwohl seine Mitarbeiter gute Arbeit leisten und die Gefahr abwenden, begibt sich Dr. Siri natürlich selbst auf die gefährliche Mission der Ermittlung seines mutmaßlichen Totfeindes. Dabei lernt er ungewöhnliche Totenbräuche und ein Dorf laotischer Ureinwohner kennen, welches aus einem freundlichen älteren Herrn und seinen zahlreichen Ehefrauen besteht. Nebenbei inszeniert er noch eine schamanistische Zwillingsgeburt und löst so auf verschlungenen Wegen den eigentlichen Fall.

Nicht unkompliziert aber abwechslungsreich gelesen

Dem durch zahlreiche Wendungen gekennzeichneten Plot kann man im Hörbuch nicht einfach so nebenbei folgen. Wer andere Tätigkeiten zusätzlich ausführt, muss Passagen mehrfach anhören, um mitzukriegen, wer von Feind zu Freund und wer von Freund zu Feind wechselt. Dabei sind zahlreiche humoristische Elemente eingebaut, vom selbstironischen Wesens Siris und seiner Mitarbeiter bis zu derben Zoten und schmutzigen Witzen, die in Gesellschaft zum Besten gegeben werden. Jan Josef Liefers versteht es, diese Tonartwechsel gekonnt mit Leben zu füllen. Insgesamt ein sehr gelungenes und empfehlenswertes Hörbuch für den Liebhaber ungewöhnlicher Kriminalromane in exotischer Kulisse. Und für alle Fans von Jan Josef Leiters und Dr. Karl-Friedrich Börne sowieso. 

Wenn dir meine Rezension und das Hörbuch gefallen haben, kannst du gleich über diesen Link deinen Einkauf starten. Du bezahlst nichts extra und ich bekomme eine kleine Provision dafür.